Doktor Wald“
Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,
mich unverstanden fühle oder alt,
und mich die holden Musen nicht liebkosen,
dann konsultiere ich den Doktor Wald.
Er ist mein Augenarzt und Psychiater,
mein Orthopäde und mein Internist.
Er hilft mir sicher über jeden Kater,
ob er von Kummer oder Cognac ist.
Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,
doch umso mehr von Luft und Sonnenschein.
Und kaum umfängt mich angenehme Stille,
raunt er mir zu: „Nun atme mal tief ein!“
Ist seine Praxis oft auch überlaufen,
in seiner Obhut läuft man sich gesund.
Und Kreislaufkranke, die noch heute schnaufen,
sind morgen ohne klinischen Befund.
Er bringt uns immer wieder auf die Beine,
das Seelische ins Gleichgewicht,
verhindert Fettansatz und Gallensteine.
nur – Hausbesuche macht er leider nicht.Förster Helmut Dagenbach, 1986
Was ist Waldbaden?
Waldbaden ist viel mehr als einfach ein Waldspaziergang, obwohl das alleine schon gut tut! Es stammt aus Japan und heisst dort Shinrin Yoku. Dort wird Waldbaden schon seit 1982 als eine anerkannte Entspannungs- und Stress- Management Methode praktiziert.
Eine wesentliche Rolle bei der gesundheitsfördernden Wirkung des Waldes spielen die Terpene. Diese chemische Botenstoffe von Bäumen wirken kräftigend auf unser Immunsystem, erhöhen die Anzahl und Aktivität der Killerzellen. (Als Killerzellen werden Zellen des Immunsystems bezeichnet, die veränderte Körperzellen – von Krankheitserregern befallene Zellen oder Krebszellen – erkennen und deren Tod herbeiführen). Darüber hinaus senken Terpene den Adrenalin- und Noradrenalingehalt im Blut und wirken somit stressabbauend. Die Aktivität des Parasympathikus (=Ruhenerv) steigt und der Blutdruck sinkt. Diese pflanzlichen Duftstoffe, helfen, dass wir uns im Wald entspannter und ausgeglichener fühlen. Angst und innere Unruhe verringern sich, endloses Grübeln wird unterbrochen und die Stimmung hellt sich bewiesenermassen auf. Die ätherischen Öle von Nadelbäumen haben ausserdem eine erfrischende und desinfizierende Wirkung, die Konzentrationsfähigkeit wird gesteigert und die Stimmung wird gehoben.
Verschiedene Wissenschaftler aus Immunologie, Kardiologie, Neurobiologie und anderen Fakultäten haben die gesundheitsfördernden Wirkungen des Waldes in einer Reihe von Studien belegt.